Entfernung: 22,6 km - Zeit: 4 h 52 min
6. Albsteig Etappe 4 03.04.2015
Start um 8.45 Uhr, Ende um 16.00 Uhr, 7 Stunden 15 Minuten
Gehzeit: 4 Stunden 52 Minuten, 22,6 km, 700 Meter bergauf, 690 Meter bergab
Beginn: Aalen Mährenstraße, Ende: Heubach Parkplatz Festplatz Stellung
Wetter: sonnig, 0°-11°
Schwierigkeitsgrad: schwer
Krankheitsbedingt musste Judith Thomas alleine losschicken. Aber sie brachte ihn zum Startpunkt und holte ihn am Endpunkt wieder ab. So startete Thomas also den ersten kleinen Hang hinauf und
hatte spätestens nach 50 Metern den Gedanken doch umzukehren. Die Erkältung, die Judith außer Gefecht gesetzt hat, hat Thomas auch vorher gehabt und hier hat er aufgrund der kalten Luft und der
Steigung gemerkt, dass doch noch ein paar Reste vorhanden sind. Außerdem ist das oft ein Gedanke am Start einer größeren Wanderung: Einfach zurück auf das Sofa. Aber nur zu Beginn, denn wenn man
sich erstmal warmgelaufen hat, fängt man an, die Natur und die Aussicht zu genießen. Es wuchsen schon wunderschöne Blumen am Wegesrand, die typischen Frühblüher, die am Waldboden wachsen, bevor
das Laub ihnen das Licht nimmt, blühten bereits eifrig. Junge Triebe von frischem Grün säumten allerorts den Wegesrand. Die Vögel waren munter und aktiv. Die Weitsicht von den mit klingenden
Namen versehenen Aussichtspunkten Aalbäumle, Falkensturz, Pfaffensturz, Sedelfelsen und Lärmfels war aufgrund des kalten, sonnigen Wetters schöner als an heißen Sommertagen. Einzig beim Atmen
spürte man die kalte Luft, die Hals und Lungen zu schaffen machte. Oder war es die Reinheit dieser, die den Hamburger Stadtluft gewohnten Atemorganen zu schaffen machte. Keinerlei Abgase, nur der
Duft des Frühlings umspielte die Sinne. Die Natur ist hier im Süden trotz mancherorts noch sichtbarer Schneefelder schon weiter als im Norden. Dazu zum Ende hin noch die erhoffte Spannung mit
Höhlen im Fels, eine sogar, die große Scheuer, zu durchqueren auf dem Weg, danach steil den Hang hinauf sogar über eine Leiter musste man den Weg bewältigen... Nun gut, die Höhle war sehr weit
und hell, die Leiter hatte nur 3 Stufen, aber was bleibt ist die Erinnerung an die im letzten Drittel wirklich spektaktuläre Wanderung, mit der unglaublichen Lage der Ruine Rosenstein, die oben
auf dem steilen Fels über Heubach thront. Hier holte allerdings durch ein Ausflugslokal auch die Zivilisation den einsamen Eroberer wieder ein. Noch ein spektakulärer Abstieg von hier über
Treppen und schmale Pfade am steilen Hang hinunter. Dann, nach gefühlten 40 Kilometern und 2000 Höhenmetern bergauf und bergab, eine Sinnestäuschung?! Thomas hört die Stimme seiner Liebsten, die
ihn zu rufen scheint. Die Sinne trügen nicht, Judith ist ihm ein Stück entgegengekommen. Jetzt weiss Thomas auch, was er auf dieser Wanderung wirklich vermisst hat.